Rechts oder links?

Penis einer Marmorstatue

Foto: Pitopia

Vorgestern Abend habe ich mir mal wieder die Rolling Stones angeschaut, in einem alten Konzertmitschnitt von 1972, aus ihrer besten Zeit also. Wie üblich tanzte Mick Jagger, der damals Ende zwanzig war, wie ein Derwisch auf Speed in Glitzerleibchen und engen Strampelhosen. Dabei fiel mir auf: Er ist Linksträger.

Oft wird ja ein Gewese darum gemacht, auf welcher Seite Männer ihr Gemächte tragen: rechts oder links. Sie stellen es auch gerne aus, gerade in südlichen Macho-Ländern ist das Usus. Die Männer fassen sich dort ständig an und korrigieren den Sitz (achten Sie mal drauf!). Manche helfen, habe ich mir sagen lassen, mit einem Taschentuch nach, damit sie auch in erschlafftem Zustand XXL-Format erreichen, zumindest dem Anschein nach.

Eine wichtige Rolle bei der Präsentation spielt die Wahl der Unterhose. Boxershorts sind zwar bequem, doch zu wenig passgenau. Da ist zu viel Luft drin. Besser sind Pants, die nicht nur des Mannes bestes Stück, sondern seine gesamte Ausstattung in eine ansprechende Form bringen, ohne deshalb unbequem zu sein. Die Länge (der Pants!) spielt dabei keine Rolle.

Unter Kilts, den traditionellen Schottenröcken, tragen echte Männer dem Vernehmen nach gar nichts, da kann alles frei schlenkern, wie es will, und sie können auch schnell zur Sache kommen. Moderne Designer-Röcke bieten zwar die gleiche Funktionalität, sehen aber affig aus. Männer wirken darin doch ziemlich, nun ja, effeminiert. Ich kenne keinen Mann, der so etwas trägt.

Aber zurück zur Frage: rechts oder links? In einer erotischen Geschichte aus der italienischen Renaissance (in der Tradition des „Decamerone“ von Giovanni Boccaccio) wird noch eine dritte Möglichkeit aufgezeigt. Da schleicht sich nachts ein hübscher junger Bursche ins Nonnenkloster, um sich mit Novizinnen zu vergnügen, was jedoch die Mutter Oberin mitbekommt. Um der Entdeckung zu entgehen, legt der Eindringling selbst ein Nonnengewand an. Doch die Mutter Oberin, nicht auf den Kopf gefallen, befiehlt allen Nonnen, sich nackt in einer Reihe vor ihr aufzustellen. Der junge Mann bindet sich nun Penis und Hodensack so nach hinten, dass nur noch der behaarte Schambereich zu sehen ist, der sich von jenem der Nonnen in nichts unterscheidet. Der Trick scheint zu funktionieren. Der Anblick der vielen nackten Nonnen jedoch versetzt den jungen Mann so sehr in Erregung, dass sein sich versteifender Penis schließlich den Bindfaden sprengt und er zu voller Größe sich erhebt.

Bliebe noch die Frage, was ich denn so bevorzuge: rechts oder links in der Hose? Nun, das ist mir herzlich egal. Ich nehme das, was drin ist.

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