Im Jungbrunnen

Young forever

Foto: Pitopia

Cleopatra pflegte in Eselsmilch mit Honig zu baden, um ihre Jugend und Schönheit zu bewahren. Dekadente Adlige reich gewordene Bürger machten es ihr im 19. Jahrhundert nach, da waren solche Bäder Mode, um die Haut zu pflegen.

Als Jungbrunnen gelten auch heute noch Bäder, die mit Olivenöl und Rosenblüten versetzt sind. Meersalz ist auch gut, besitzt aber nicht den Glamour. Man kann es mit edlen Essenzen anreichern. Unschlagbar ist natürlich Champagner, das Aphrodisiakum schlechthin, in dem zu baden auch die Hoffnung nährt, nicht nur die sexuelle Lust zu steigern, sondern auch ein jugendliches Aussehen zu konservieren.

All diese mehr oder minder teuren Mittel sind natürlich Placebos. Wenn sie trotzdem helfen, umso besser. Sie geben der uralten Sehnsucht Ausdruck, dass das Altern aufzuhalten sei, besser noch, dass man das Rad der Zeit einfach zurückdrehen könne. In der Berliner Gemäldegalerie hängt ein berühmtes Werk von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1546. Es heißt „Der Jungbrunnen“ und zeigt, wie alte Menschen durch ein wundersames Bad wieder in junge verwandelt werden. Ja, wenn es doch nur möglich wäre!

Auch ich wünsche mir das manchmal (auch wenn ich keines meiner Lebensjahre missen möchte). Obwohl man die Natur nicht überlisten kann, gibt es dennoch ein probates Mittel, auch in fortgeschrittenem Alter noch begehrenswert auszusehen. Ich verrate kein Geheimnis, zu oft habe ich es schon propagiert: Es ist der Sex. Wer Sex hat, sieht auch im Alter jünger aus, als er ist. Dies eröffnet einen völlig neuen Blick auf Menschen, von denen es heißt, sie hätten sich gut gehalten…

» zurück zu: Der sexte Sinn