Sex mit Bio-Siegel

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Der neueste Schrei, wie man hört und liest, ist ökologisch korrektes Sexspielzeug. Irgendein kleiner, feiner (und selbstredend teurer) Laden in Paris macht gerade einen gewaltigen Reibach damit, und die Presse, der’s im Sommerloch ohnehin an Themen mangelt, macht die Neuigkeit begeistert publik. Alles nur eine Sache des Marketings. Da hatte mal wieder jemand eine Idee…

Aber, mal unter uns: Wer braucht das wirklich?

Zu verstehen sind unter ökologisch korrektem Sexspielzeug „Kondome aus fairem Handel, biologisch abbaubare Aphrodisiaka, solarbetriebene Vibratoren und Produkte mit Bio-Siegel“. Abgesehen davon, dass das keiner kontrollieren kann, stellt sich doch die entscheidende Frage, ob das Zeug mindestens so luststeigernd und benutzbar ist wie konventionelle Ware. Also: Ist das Kondom genauso dicht? Kommt man mit dem Solardildo tatsächlich durch die langen Winternächte? Regen auch Bio-Aphrodisiaka zuverlässig die Hormone an?

Ich habe den starken Verdacht, dass hier wieder einmal mit einem schicken Etikett von einer entsprechend konditionierten und zahlungskräftigen Klientel Geld gezogen werden soll. Genauso, wie es ja auch, zum Beispiel, veganes Haarwaschmittel (über 20 Euro das kleine edle Fläschchen) gibt. Jedem das Seine…

Bio geht auch billiger: Frisch geschnittene Brennnesseln und Weidengerten für den SM-Bereich etwa. Und als Dildos können hervorragend Gurken und Auberginen dienen, frisch vom Markt. Der Vorteil: Man kann sie nach Gebrauch auch essen. Mehr bio geht nicht.

Ich für meinen Teil brauche keinen Sex mit Bio-Siegel. Ich weiß auch so, was gut ist.

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