Sex gegen Geld

53_17.5.13_Sex gegen_Geld_Miami

Über Prostitution wird fast immer nur verächtlich gesprochen. Sie existiert in einer gesellschaftlichen Grauzone, in einem Milieu, das oft als halbkriminell, zumindest aber als schmuddelig betrachtet wird. Gleichwohl sammeln viele, wenn nicht die meisten Männer irgendwann in ihrem Leben Erfahrungen mit Prostituierten, man spricht nicht umsonst vom „ältesten Gewerbe der Welt“.

Nun gibt es eine Menge zu sagen gegen das System der Prostitution im Allgemeinen und seine unschönen Erscheinungsformen im Besonderen (Stichwort Zwangsprostitution). Dennoch ist Prostitution aus keiner Gesellschaft wegzudenken, sie hat sich gegen alle Verbote stets behauptet.

Im Altertum, bei den Babyloniern und Phöniziern, gab es Tempelprostitution, die Griechen unterschieden feinsinnig zwischen Huren und Hetären (den „Gefährtinnen“ der Oberschicht). Im römischen Reich war Prostitution allgegenwärtig. Jesus pflegte, das steht im Neuen Testament, einen ausgesprochen respektvollen Umgang mit Prostituierten (wie mit allen gesellschaftlichen Außenseitern übrigens). Im Mittelalter waren „freie Frauen“ oder „Hübschlerinnen“ zum Teil zunftartig organisiert. An den Adelshöfen der Renaissance, sogar im Vatikan, genossen Kurtisanen hohes Ansehen.

Mit dem Aufkommen der industriellen Revolution waren viele Frauen der Unterschicht gezwungen, sich zu prostituieren, da sie anders nicht ihr Leben fristen konnten. Die herrschende Doppelmoral, welche die Prostitution gesellschaftlich ächtete, sie jedoch zugleich als notwendiges Übel unter Kuratel stellte, wurde gesetzlich zementiert.

Generationen junger Männer haben, das war nicht nur im europäischen Kulturkreis lange eine feste, unausgesprochene Tradition, ihre sexuelle Initiation oft im Bordell erfahren. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 1994 gehen 18 Prozent der männlichen Bevölkerung in Deutschland regelmäßig zu Prostituierten. Seit Anfang 2002 können Prostituierte in Deutschland ihren Lohn gerichtlich einklagen und sind sozialversichert, müssen aber auch Einkommensteuer zahlen. Auch die „Förderung der Prostitution“ (gemeint sind Zuhälter) ist seitdem straffrei., sofern kein Zwang ausgeübt wird.

Andere Länder hingegen haben sehr rigide Vorschriften. In Schweden etwa werden nicht die Prostituierten, sondern die Freier bestraft. Auch in Frankreich, das einmal eine berühmte Bordellkultur besaß, wird mit allen Mitteln versucht, das Milieu auszutrocknen. Hier kann eine Prostituierte schon für „sexuellen Exhibitionismus“ bestraft werden, wenn sie auch nur Blickkontakt sucht oder jemanden anlächelt. Auch Freier werden inhaftiert. In den USA können sich Prostituierte und Kunde, wenn sie erwischt werden, nicht nur vor Gericht, sondern auch am behördlichen Internet-Pranger wiederfinden. Nur in elf Landkreisen Nevadas ist Prostitution offiziell erlaubt (Las Vegas gehört übrigens nicht dazu). Es gibt 30 lizenzierte Bordelle, in denen 300 Frauen arbeiten, das ist alles. Doch welche Maßnahmen auch angewendet werden: Prostitution gibt es nach wie vor. Überall, zu jeder Zeit.

Unklar war schon immer, wo Prostitution beginnt und was darunter zu verstehen ist. Regelmäßige Geschenke zum Beispiel können durchaus eine Entlohnung für sexuelle Gefälligkeiten sein, müssen es aber nicht. In manchen Partnerschaften gehört es zum Spiel, dass die Frau sich als Hure gibt. Sie kleidet sich in ein „Nuttenoutfit“, benimmt sich schamlos und „versaut“, der Mann bezahlt sie zum Schein. Wenn beide durch diese Phantasie erregt werden, warum nicht?

Ich selbst habe mich einmal an eine Mauer gestellt und als Prostituierte posiert. Schauen Sie mal auf das Foto oben. Einen besonderen Kick hat mir das aber nicht gegeben. Ich glaube zu wissen, warum: Sex macht mir Spaß auch ohne, dass ich dafür Geld bekomme.

» zurück zu: Der sexte Sinn