Geiz ist nicht geil

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Bei Männern weiß ich schon beim ersten Treffen, ob sie ins Töpfchen oder Kröpfchen kommen. Wer die Rechnung im Café akribisch auseinander dividiert und am Ende noch am Trinkgeld spart, hat bei mir von vornherein verloren. Großzügigkeit (nicht Großspurigkeit!) ist eine ganz wichtige Eigenschaft. Wer die nicht hat, offenbart ein enges Denken und verfolgt gewöhnlich auch im Bett einen gewissen Egoismus.

Um Missverständnisse auszuschließen: Es ist für mich keineswegs selbstverständlich, dass mein Begleiter bezahlt, wenn wir gemeinsam ausgehen. Man kann im Vorfeld verabreden, dass alles geteilt wird, und auch ich übernehme gern mal die Rechnung, wenn mir danach ist. Die Existenz einer „Damenkarte“ (auf der keine Preise verzeichnet sind, da automatisch davon ausgegangen wird, dass der Mann für seine Begleitung zahlt) ist für mich ein Grund, ein Restaurant sofort zu verlassen.

Das Geld ist gar nicht mal so entscheidend bei dieser Art von Männern. Worum es mir geht, ist die erbsenzählerische, kleinkarierte Denkweise, die sich auf vielerlei Weise im alltäglichen Verhalten und, ja gewiss, auch im sexuellen Miteinander widerspiegelt. Ich brauche so etwas nicht, und ich will es auch nicht.

Ich nenne diese Männer nicht Geizkragen, sondern Sparschweine. Ein solches habe ich auch zu Hause. Ab und zu füttere ich es. Ich betrachte es als eine bescheidene Investition in meine Zukunft. Es ist aus weißem Porzellan und steht auf meinem Schreibtisch.

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