Der Puppenspieler

Ambiente

Foto: Pitopia

Wenn in Horrorfilmen Jungs mit Puppen spielen, geht das in der Regel böse aus. Die Kombination mit dem Genuss von Gummibärchen kann die Sache allerdings in eine ganz andere Richtung treiben: Als Erwachsene mögen sie dann vielleicht Gummipuppen.

Nein, das war ein Scherz. Aber ernsthaft: Gummipuppen bieten im Vergleich zu realen Partnerinnen durchaus Vorteile. Sie meckern nicht, sind immer willig, wollen nicht reden und stellen keine Ansprüche. Es gibt keinerlei Beziehungsstress. Ich kannte mal jemanden, der ging mit seiner Puppe auf Reisen, buchte für sie einen Platz im Flugzeug neben sich und ließ sie sogar mit seiner Sekretärin telefonieren. Mit so einer Puppe kann man sich tatsächlich eine ganz eigene Welt imaginieren.

Was nicht unbedingt schlecht ist. Wer Schwierigkeiten hat, Kontakte zu knüpfen und in seiner Einsamkeit versinkt, mag – bevor er übergriffig wird – mit einer Gummipuppe vielleicht ganz gut bedient sein. Wenn sie die weibliche Anatomie in allen Details perfekt nachbildet, ist solch ein Teil allerdings nicht billig. Bis zu 7.000 Euro wird dafür verlangt. Regelmäßige Besuche bei Prostituierten über die Jahre hinweg sind deutlich teurer. Außerdem kann man sich keine Krankheiten holen.

Letztendlich ist solch eine Puppe nichts weiter als eine Masturbationshilfe. Sex entspannt und baut Aggressionen ab. Frauen benutzen Dildos, warum sollen Männer nicht mit einer Puppe Sex haben, auch wenn dies zunächst einmal befremdlich klingt?

Der entscheidende Punkt ist, dass es zweifelsohne problematisch ist, wenn eine Puppe als dauerhafter Ersatz für eine reale Beziehung dient. Menschliche Nähe, Wärme und Ansprache sind existenzielle Bedürfnisse. Wenn sie fehlen, sind Vereinsamung und Verkümmerung der sozialen Fähigkeiten die Folge (ähnlich wie beim Cybersex). Es ist ein großer Unterschied, ob ich mein Sexleben mit Hilfsmitteln facettenreicher gestalte, oder ob ich diese Accessoires als alleinigen Ersatz verwende – und am Ende gar nicht mehr nach einem Partner suche.

Nun gibt es auch die Variante, dass jemand allein durch die Haptik und den Geruch von Gummi erregt wird, sich aber nicht mit einer Gummipuppe begnügen möchte. Die Lösung: Fetischkleidung aus Latex. So angezogen, ist bei einer Frau der Übergang zur Gummipuppe durchaus fließend.

 

 

 

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