Tausendmal berührt

Gewitter

Foto: Pitopia

Die Liebe, heißt es immer, schlägt ein wie der Blitz. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden? Eins zu achtzehn Millionen. Es sei denn, man sucht bei Gewittern die Nähe von Eichen und Buchen oder badet in offenen Gewässern. Selbiges hilft aber nicht bei der Partnersuche, sonst wären die Seen voll von paarungsbereiten Singles.

Wie also findet man die Liebe? Meistens dadurch, dass man sie eben nicht sucht. Nach einem Zug durch die Kneipen wird man vielleicht mit einem One Night Stand nach Hause gehen, aber kaum mit der großen Liebe. Je verzweifelter man sucht, desto weniger wird man finden.

Die meisten Liebesbeziehungen entwickeln sich auf eher unspektakuläre Weise. Bei der Arbeit und beim Sport vor allem (sagt die Statistik). Bis man einander näher kommt, das dauert. Die Liebe macht Umwege. Sie lässt sich Zeit und offenbart sich nicht sofort. „Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert“ (Klaus Lage, Deutsch-Rocker, 1984).

Aber manchmal macht es eben doch „Zoom“ (noch mal Klaus Lage). Allerdings: Je stärker der Blitz einschlägt, desto schneller verpufft er auch wieder. Das ist zwar physikalisch Unsinn, als Metapher jedoch entspricht es durchaus der Wahrnehmung vieler schnell Verliebter.

Am besten nimmt man’s, wie es kommt. Es stimmt schon: „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ (Connie Francis, amerikanische Schlagersängerin, 1960).

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