Der Meilen-Club

Verliebte Flieger

Foto: Pitopia

Beim „Mile High Club“ geht es nicht ums Meilensammeln, sondern darum, in einer Höhe von nicht weniger als einer Meile (1.609 Meter) über dem Boden sexuell aktiv zu sein. Im Internet gibt es eine Seite (www.milehighclub.com), auf der Fluggäste ihre Erlebnisse mit allen intimen Details zum Besten geben, mit Angabe der Fluggesellschaft, der Flugnummer, des Datums, der Strecke sowie – ganz wichtig – der geschätzten Flughöhe (Passagiere werden während des Fluges laufend darüber informiert).

Das ist zum Teil recht spaßig zu lesen, es ist nur die Frage, ob nicht die Phantasie mit einigen der Foristen durchgegangen ist. Auf jeden Fall kann, wer hier eine Story postet, Mitglied dieses exklusiven Clubs werden. Und T-Shirts, Caps, Anstecker und allerlei Krimskrams kaufen. Da hatte wohl jemand eine Super-Geschäftsidee…

Dies ist nur eine Variante des Themas Sex an ungewöhnlichen Orten. Man kann es zum Beispiel im fahrenden Aufzug, in Besenkammern (Stichwort Samenraub), im Auto auf öffentlichen Parkplätzen, im Kino, in der Sauna oder in den Umkleidekabinen von Kaufhäusern treiben. Auch Waldlichtungen sind beliebt (Achtung: Spaziergänger!), und in Möbelhäusern kann man sich abends einschließen lassen, um nachts dort die Betten zu testen (soll jedenfalls schon vorgekommen ein).

Gemeinsam ist den meisten dieser Orte, dass ihnen der Reiz des Verbotenen anhaftet, und dass schon ein gewisser Exhibitionismus vonnöten ist, um Sex hier wirklich genießen zu können. Denn mehr als ein Quickie ist zumeist nicht drin, und fast immer besteht die Gefahr, entdeckt zu werden. Manche Leute törnt das an.

Für sie ist es denn auch nicht so wichtig, wie sie Sex haben, sondern vielmehr, wo sie ihn haben. Auch wenn er noch so unbequem und flüchtig ist. Ich bevorzuge die ausgiebige, am besten endlose Variante, die gleichwohl nicht ans Bett gebunden ist. Denn ich bin durchaus experimentierfreudig. Mein nächster Flug ist schon gebucht.

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