Nachrichten aus der Kühlbox

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Foto: Bigstock

Einer der häufigsten Streitpunkte im Zusammenleben besteht in der Frage, ob bei offenem oder geschlossenem Fenster geschlafen wird. Im Sommer ist das kein Problem, im Winter aber schon. Natürlich wären getrennte Schlafzimmer eine Lösung, aber diese verbietet sich meist aus Platzgründen. Außerdem wollen viele Paare auch in der Nacht nicht voneinander lassen, es kuschelt sich einfach zu schön. Aber Auswirkungen aufs Liebesleben hat die Zimmertemperatur denn doch.

Kälte hat zwar zur Folge, dass sich beim Menschen allerlei aufstellt, doch erotisch ist das in diesem Fall nicht unbedingt. Nur kalt. An Gänsehaut macht allein das Warmrubbeln Spaß. Bei niedrigen Temperaturen verkleinert sich der Penis deutlich, er zieht sich quasi in sich selbst zurück. Von Steifheit keine Rede mehr. Und eine mit Eiszapfen behängte Vagina reizt wohl keinen Mann: Muschi on the rocks… Na gut, ich übertreibe maßlos. Aber in die Richtung geht es doch.

Positiv ist zu vermerken, dass sich Paare – um sich gegenseitig zu wärmen – notgedrungen eng aneinander kuscheln. In der Arktis ist das ganz normal, die Menschen könnten sonst nicht überleben. Daraus entwickeln sich sehr häufig Lustgefühle. Das offene Fenster wiederum ist gerade dann äußerst lästig, wenn sich der Orgasmus nähert: Es gibt ja Menschen, die schreien dabei. Sollen die Nachbarn alles mitkriegen? Es könnte sie inspirieren. Oder daran erinnern, was vor Zeiten einmal war.

Vielleicht liegt eine mögliche Lösung darin, Sex Life und Schlafen voneinander zu trennen. Es liebt sich gut auf einem weichen Teppich, vielleicht sogar auf einem (Kunst-)Eisbärenfell oder einer dicken Kaschmirdecke vor prasselndem Kaminfeuer… Aber wer hat das schon? Ich auch nicht. Der Küchentisch ist nicht schlecht (es gibt da eine Stellung, die heißt „Tischgebet“, die verschärfte Variante davon ist die „Orgelpfeife“, aber auch ein „New Yorker“ ist zu empfehlen). Auch der Herd eignet sich gut dafür, solange er nicht heiß ist. Oder ein bequemer Stuhl („Der letzte Tango in Paris“). Lassen Sie Ihre Fantasie ein bisschen spielen!

Worauf ich hinaus will: Sorgen Sie für Abwechslung in Ihrem Liebesleben. Mal ein anderer, ungewohnter Ort, eine neue Stellung – das wirkt oft Wunder.

Aber ich merke schon beim Schreiben: Eine wirklich überzeugende, endgültige Lösung für das uralte Problem (Fenster auf oder zu) fällt auch mir nicht ein. Wäre dies der Fall – man würde mir gewiss den Nobelpreis in Sachen „Sex“ verleihen.

 

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