Gebrauchsanweisung für den 3er

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Foto: Bigstock

Nein, es handelt sich nicht um den neuen BMW, sondern um jene Fantasie, die so viele Menschen bewegt jenseits ihres alltäglichen Brot-und-Butter-Sexlebens. Leider bleibt es meist bei der Fantasie. In fest gefügten Partnerschaften mag dies sogar von Vorteil sein, denn die Weiterungen eines solchen Experiments sind mitunter unkalkulierbar. Doch keine Sorge: Über Risiken und Nebenwirkungen informiert Sie Ihr Sex Coach.

Im Grunde kann man ein paar simple Regeln aufstellen, damit der ersehnte „flotte Dreier“, wie er meist salopp genannt wird, nicht als Schuss nach hinten losgeht, sondern als ebenso genussvolle wie prickelnde Variante zur Bereicherung einer erfüllten Sexualität beiträgt.

Regel 1: Vorher Einigkeit herstellen.

Beide Partner müssen den „Dreier“ wirklich wollen. Sie müssen ein gutes Gefühl dabei haben. Wenn SIE es nur IHM zuliebe tut (oder umgekehrt), sind Streit, Enttäuschung oder noch Schlimmeres (z.B. Trennung) vorprogrammiert.

Regel 2: Klären Sie die Konstellation.

Zwei Männer, eine Frau – oder zwei Frauen und ein Mann. Das macht einen Riesenunterschied, nicht jeder findet beides gut. Was für die meisten Männer ein Traum ist (von zwei Frauen gleichzeitig verwöhnt zu werden), ist vielen Frauen fremd. Sie haben durchaus eine bisexuelle Ader, können sich aber nicht vorstellen, diese auch auszuleben.

Noch mehr Schwierigkeiten haben Männer: Es gibt nur wenige heterosexuelle Männer, die unbefangen mit einem anderen Mann Sex haben können (auch wenn eine Frau dabei ist). Die Angst, als schwul zu gelten, spielt hier eine große Rolle.

Regel 3: Ziehen Sie Grenzen – oder geben Sie „Carte Blanche“.

Reden Sie vorher darüber, wie weit Sie gehen wollen und was Sie zu tolerieren bereit sind. Bleibt’s beim Kuschelsex? Oder sind Sie damit einverstanden, dass Ihr Partner in Ihrem Beisein mit einer anderen Frau schläft? So richtig? Wenn nicht, dann sagen Sie das explizit. Und zwar vorher. Nichts ist stimmungstötender, als wenn Sie sich „währenddessen“ darüber unterhalten, wo die Grenzen sind. Dann können Sie den Abend vergessen.

Regel 4: Keine Vorwürfe hinterher.

Vergessen Sie nicht: Sie waren sich vorher einig darüber, was geschehen wird. Vielleicht waren Sie sich nicht darüber klar, dass sich trotzdem Eifersucht in Ihnen regen würde. Nun, das passiert, es ist ein Teil des Risikos. Schlucken Sie Ihre Eifersucht runter! No risk, no fun. Nehmen Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin in den Arm, aber karten Sie nicht nach. Sie müssen die Erfahrung ja nicht wiederholen, wenn Sie nicht wollen. Aber Sie haben sie wenigstens gemacht! Das können nicht viele Menschen von sich behaupten.

Regel 5: Keine Sexabenteuer mit Freunden oder Bekannten.

Aus einem einfachen Grund: Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese Freunde oder Bekannten hinterher für immer los sind. Sie werden sich nicht mehr auf dieselbe Weise begegnen können wie vorher. Eine „Ménage à trois“ funktioniert nur im Kino (und sogar dort nimmt sie meist ein schlimmes Ende).

Suchen Sie daher gezielt nach jemandem, der (oder die) Spaß an einem solchen Abenteuer hat. Einem Single am besten. Vielleicht machen Sie ja auch spontan eine Bekanntschaft. Signalisieren Sie, dass Sie offen sind für derlei Dinge, dann ergibt sich vieles ganz von selbst.

Regel 6: Gehen Sie ins Hotel.

Diese kleine finanzielle Ausgabe sollte Ihnen der Spaß schon wert sein. Zum einen besitzt ein Sexabenteuer in einem Hotel stets etwas Prickelndes, zum anderen ist Ihr persönliches Schlafzimmer viel zu intim, um als Spielwiese für sexuelle Experimente mit Dritten zu dienen. Ein Hotelzimmer bewahrt die Unverbindlichkeit, Ihr Schlafzimmer gehört Ihnen allein.

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Um ein nicht befriedigendes Sexleben zu „retten“, ist ein „Dreier“ überhaupt nicht geeignet. Meist ist ein solches Experiment nur der Anfang vom Ende. Generell vermag ein „Dreier“ eine funktionierende Partnerschaft jedoch durchaus zu beleben, er kann ihr neuen Schwung verleihen. Es gibt Paare, die haben nach dieser Erfahrung besseren Sex als je zuvor.

Steigerungen sind natürlich immer drin: Als nächstes käme das „Quartett im Bett“ in Frage, was danach kommt, nennt man Orgie. Aber das ist eine andere Geschichte.

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