Die Sextrends des Jahres

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Foto: Bigstock

Jedes Mal, wenn Sylvester sich nähert, amüsiere ich mich darüber, wenn überall in den Medien die „Lusttrends“ des neuen Jahres ausgerufen werden, wenn auf Ratgeberseiten ganz ernsthaft ausgebreitet wird, was an sexuellen Verhaltensweisen alles „im Kommen“ sei und welche Praktiken angeblich der aktuellen Mode entsprechen.

Als würden die Menschen ihr Sexleben danach ausrichten!

Heute SM, im nächsten Jahr Blümchen, im übernächsten Gruppensex? Oder andersrum? Ich kenne niemanden, wirklich niemanden, der sich von solchen Vorgaben inspirieren lässt, geschweige denn sein Sexleben danach ausrichtet. Auch wenn Bücher wie „Shades of Grey“ sich massenhaft verkaufen, was ja zweifellos bedeutet, dass sie unterschwellige Fantasien bedienen, so heißt das noch lange nicht, dass nun auch die Verkäufe von Fesseln und Peitschen plötzlich in die Höhe schnellen. Als Sex Coach bin ich ja ziemlich nahe dran an den realen Sexproblemen vieler Menschen, und die sind ganz anders gelagert, von erektiler Dysfunktion über Schüchternheit, Orgasmusschwierigkeiten und Missverständnissen mit dem Partner bis hin zu mangelnder Selbstakzeptanz.

Natürlich besteht bei vielen Menschen der Wunsch, sexuell einmal etwas Neues auszuprobieren und Grenzen zu überschreiten. Und das ist gut so. Doch nur wenige trauen sich am Ende wirklich, obwohl Gelegenheiten schon vorhanden wären. Und das ist schade.

Mein Rat zum Jahreswechsel daher: Lassen Sie sich nicht von Umfragen beeinflussen, die ohnehin nichts aussagen, sondern nehmen Sie sich vor, Ihr ganz persönliches Sexleben ein ganz klein wenig lustvoller zu gestalten, öfter Sex zu haben, vielleicht sogar etwas zu wagen, was Sie als Wunsch schon lange mit sich herumtragen. „Kommen“ sollten keine neuen Trends, sondern einzig und allein Sie.

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