Haarige Sache – Über Intimrasur

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Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass sich viele Menschen in Asien (männlich wie weiblich) Kopfhaare in den Schambereich transplantieren lassen, damit es unten rum üppiger aussieht. Das soll dort groß in Mode sein. Ehrlich: Das hat mich überrascht, denn bei uns, in den westlichen Ländern, ist doch seit Jahren schon der gegenteilige Trend festzustellen. Da wird rasiert, bis die Klinge schartig ist (seit 25.000 Jahren schon übrigens, Höhlenmalereien zufolge): unter den Achseln, zwischen den Beinen, an Oberschenkeln und Waden, auf Brust und Po, und wer gar nicht genug kriegen kann, unterzieht sich einer Ganzkörperrasur. Zu empfehlen vor allem im Sommer am Nacktbadestrand, da sieht man schnell aus wie ein Ferkel am Spieß…

Aber ernsthaft: So eine Rasur im Intimbereich ist keineswegs nur eine ästhetische Frage – obwohl ja viele darauf schwören, dass ein Anblick, den kein auch noch so kleines Härchen trübt, also nackig pur, der allerschönste überhaupt sei. Dann gibt es noch die Kreativfraktion, die jene Friseure ihres Vertrauens, die weniger auf Deck- als auf Schamhaare spezialisiert sind (ja, die gibt es!), sensible Hand anlegen lässt an ganz intimen Stellen. Mag sein, dass so eine Dauerwelle oder Fönfrisur zwischen den Schenkeln tatsächlich etwas hat… oder Rastalöckchen… Färben geht übrigens auch.

Aber mindestens genauso wichtig wie der Anblick einer Schamhaarfrisur ist doch, finde ich, wie sich das anfühlt beim – ja, Sie haben es erraten! – Liebesspiel. Also, wenn schon haarlos, dann richtig. Doch Haare haben die dumme Angewohnheit, dass sie auch nach der sorgfältigsten Rasur recht schnell wieder nachwachsen. Dann fühlt sich auch die schönste, weichste M… bald an wie 80er Schmirgel. Also Epilation (bei der die Haarwurzel mit entfernt wird)? Waxing? Aua, sage ich da nur. Teuer außerdem. Und eine Garantie, dass nichts mehr nachwächst, gibt es auch nicht.

Aber wir waren ja beim Liebesspiel. Eines seiner Bestandteile könnte doch eine gegenseitige Intimrasur sein. Mit Pinsel aus Dachshaar (wenn möglich Silberspitzendachs), selbst angerührtem Schaum und blanker Klinge (Sheffield! Solingen! Na gut, ein Systemrasierer mit Sicherheitsklinge tut’s auch, wegen der Verletzungsgefahr; aber elektrische Rasierer sind stillos!). Und wer nicht stillhält, wird angebunden… All das kann höchst erotisch sein. Aber nehmen Sie sich bitte Zeit. Alle Zeit der Welt! Die Belohnung kommt hinterher, wenn sich sorgsam enthaarte und eingeölte (oder eingecremte) Haut an Haut reibt, wenn es flutscht ohne jeden Widerstand. Das ist eine ganz eigene, spezielle Erfahrung, die man unbedingt auf seine ganz private, intime To-do-Liste schreiben sollte.

Jetzt wollen Sie sicher wissen, wie ich das persönlich halte. Aber, sorry: Das behalte ich mal schön für mich. Wie heißt es im „Hamlet“? „Haar oder Nichthaar, das ist hier die Frage“…

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