Über die Folgen übermäßiger Onanie

21_6.10.12_Folgen_unsachgemaeßer_Onanie

Jüngst räumte ich, nach langer Zeit mal wieder, das Gemüsefach im Kühlschrank aus, und was da zutage kam, das legte sich, wie das Foto zeigt, quasi von selbst in eine sinnvolle Reihenfolge.

Es erinnerte mich an jene Entwicklung, die man Jungen in pubertierendem Alter früher als unausweichlich prophezeite, wenn sie sich nächtens unter der Bettdecke zu häufig und zu intensiv mit sich selbst beschäftigten, in Ermanglung eines weiblichen Pendants, das – in Form von Freundinnen, Dienstmädchen, Prostituierten oder Ehefrauen – gewöhnlich erst sehr viel später in ihr Leben treten sollte. Als schicksalhaftes Menetekel anschaulich an die Wand gemalt wurden ihnen neben Lepra, Krebs und Wahnsinn vor allem Rückenmarksschwund, Gehirnerweichung und das allmähliche Abfaulen des Gliedes, ein Prozess, dessen sukzessive Verfallsstadien auch Karotten sehr schön illustrieren, bis am Ende, ja, eine Blutwurst dabei rauskommt.

Bei Mädchen respektive Frauen waren die vermeintlichen Folgen übermäßiger Masturbation übrigens nie solch ein Thema wie bei Jungs, vielleicht, weil bei diesen durch den Abfluss körpereigener Säfte meist deutliche Anzeichen von Ermüdung und Erschöpfung festzustellen sind (jede Frau, die einmal mit einem Mann geschlafen hat, weiß, wovon ich rede), was einer gesellschaftlich erwünschten produktiven Tätigkeit in welcher Form auch immer zweifellos abträglich war. Soviel zum ideologischen Hintergrund.

Dies alles ist zum Glück vorbei. Selbstbefriedigung ist – und zwar in jedem Alter – längst zu einer allgemein akzeptierten und praktizierten Form sexueller Lusterfüllung geworden, ob nun allein, zu zweit oder zu mehreren (im sexuellen Ländercode wird „Handarbeit“, ob nun bei sich selbst oder bei anderen, übrigens als „schwedisch“ geführt). Man kann sogar Witze darüber machen, was stets ein Indiz dafür ist, dass etwas in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist (wohl der bekannteste Ausspruch: „Onanie ist Sex mit einem, den man wirklich liebt“, von Woody Allen). Nicht zuletzt: Masturbation führt generell zu einem erfüllteren Sexualleben. Warum? Nochmal Woody Allen: „Ich bin ein so fantastischer Liebhaber, weil ich täglich mit mir selber trainiere.“ Recht hat er.

Doch genug jetzt, die Karotten kommen in den Müll, und die Blutwurst esse ich. Oder vielleicht doch nicht …

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