Meine Mösette

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Eigentlich, so dachte ich, seien die Zeiten, da man Sex nur im Dunkeln und unter der Bettdecke praktizierte, längst vorbei. Jeder Mann müsse doch wissen, was den Unterschied zwischen den Geschlechtern ausmacht, wenn nicht aus eigener Anschauung, dann doch aus den unzähligen Büchern und Zeitschriften, die sich mit dem Thema Sex beschäftigen. Tabus gibt es heutzutage ja so gut wie gar nicht mehr.

Doch weit gefehlt. Immer wieder kommen Männer in meine Seminare und zum Einzelcoaching, für die es ein großes Mysterium ist, wie eine Frau zwischen den Beinen aussieht. Zeit ihres Lebens sind sie davor zurückgescheut, genauer hinzusehen und Fragen zu stellen, aus welchen Gründen auch immer. Nun, in meist fortgeschrittenem Alter, kommen sie zu mir.

Ich kann ihnen helfen. Speziell für diese Männer habe ich meine „Mösette“. Die hat nichts mit französischer Akkordeonmusik zu tun (die heißt „Musette“), sondern ist ein aus verschiedenfarbenem Samt und Satin genähtes, naturalistisches Abbild der primären weiblichen Geschlechtsorgane. Äußere und innere Schamlippen, Klitoris, Vagina und auch der G-Punkt – alles ist vorhanden. Anhand der Mösette kann man gut erklären, wie es sich verhält mit der weiblichen Lust und was man tun kann, sie zu stimulieren.

Doch gelegentlich führt das auch zu Missverständnissen. Einmal bot mir ein Mann viel Geld für mein Schmuckstück, da er es zu Hause als Masturbationshilfe benutzen wollte. Es gefiel ihm sehr viel besser als die Gummipuppe, mit der er sonst hantierte. Natürlich habe ich abgelehnt, meine Mösette ist nicht zu verkaufen.

Aber ich konnte ihm trotzdem helfen. Ich gab ihm Tipps, wie er vielleicht eine Frau kennenlernen könnte, eine richtige, so eine aus Fleisch und Blut. Der erste Schritt, sagte ich ihm, sei, seine Gummipuppe zu entsorgen und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Das tat er auch. Es dauerte nicht lange, da lernte er seine Traumfrau kennen. Von der ersten Nacht an waren die beiden unzertrennlich, sie haben tollen Sex zusammen. Ihr Geheimnis: Seine Freundin trägt hautenge Latexkleidung dabei. Für ihn fühlt sich das an, gestand er mir, als sei sie ganz mit Gummi überzogen. Und das macht ihn nun mal an. Was ja auch in Ordnung ist.

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