Sind Bärte sexy?

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Nichts bei einem Mann polarisiert, aus Frauensicht, so sehr wie ein Bart. Was die einen supersexy finden, treibt andere in die Flucht. Aber so einfach ist es nicht. Es gibt viele Arten von Bärten, und jeder Bart besitzt seine eigene Anmutung. Ich sage ganz bewusst nich Reiz, denn das würde bedeuten, dass mir Bärte generell gefallen. Aber ich lasse mich mal außen vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Reihe nach also. Ausrasierte Vollbärte, die das Gesicht umrahmen, tragen nur noch Kapitäne von Nordsee-Ausflugsdampfern und Mitglieder ostfriesischer SPD-Ortsvereine. Schnauzer wirken schwul und sind seit den 80er Jahren aus der Mode (Tom Selleck und die „Village People“ lassen grüßen), Zottelbärte machen ihren Träger zum Waldschrat (obwohl es diese Variante ja schon mal bis zum Vorsitz des Bundestages gebracht hat).

Ungeschnittene, wild wuchernde Vollbärte lassen, besonders in Verbindung mit stechenden Augen, an fundamentalistische Bombenleger denken, während gezwirbelte Schnurrbärte schon seit Kaiser Wilhelm Zwo ausgedient haben. Nicht mehr sehr in Gebrauch ist auch das Hitlerbärtchen (obwohl auch Charlie Chaplin so rumgelaufen ist), und König Drosselbart gibt’s nur im Märchen.

Ein Menjoubärtchen (benannt nach dem amerikanischen Schauspieler Adolphe Menjou), das nur ein schmaler Strich auf der Oberlippe ist, taugt allenfalls als ironisches Zitat, da man damit wie ein Heiratsschwindler aussieht. Ausrasierte und sehr kurz geschnittene Bärte in Verbindung mit dünnen, lang heruntergezogenen Schnurrbärten waren typisch für diabolische Bösewichte in den Sandalenfilmen der 1960er Jahre, die ähnlich bizarre Barttracht von Dr. Fu Manchu ist vielleicht auch kein gutes Vorbild, und Walrossbärte sollte man unbedingt den Walrössern überlassen. Nach wie vor als Symbol für Weisheit und Würde hingegen gelten sorgsam gestutzte weiße oder eisgraue Vollbärte.

 

 

 

 

 

 

 

Doch dahin muss man erstmal kommen. Was also tut ein junger Mann in der Blüte seiner Jahre? Er trägt Dreitagebart. Das verleiht ihm etwas Verwegenes, sagen viele Frauen. Natürlich ist das Geschmackssache, aber der Witz dabei ist, dass der Bart tatsächlich drei Tage alt sein muss, nicht mehr und nicht weniger.

Ein Zweitagebart sieht nur unrasiert aus und kratzt furchtbar, wenn man seinen Träger küsst (nach einer wilden Knutscherei läuft frau tagelang mit einer knallroten Mundpartie rum), ein Viertagebart hingegen hat schon wieder etwas Ungepflegtes. Das ist ein absolutes No go. Es gibt spezielle Rasierapparate, die man auf Dreitagebart einstellen kann, doch Nassrasieren geht damit natürlich nicht (und dies ist, seien wir ehrlich, doch die einzig stilvolle Art, sich zu rasieren, für Männer wie für Frauen).

 

Ein Bart macht Arbeit, denn eines ist unabdingbar: Er muss gepflegt sein. Einfach wachsen lassen geht nur bei indischen Eremiten (dann aber bitte einige Jahrzehnte lang!). Essensreste, die sich im Gestrüpp verfangen haben, törnen ab. Und ob ein Bart bei einem Cunnilingus wirklich das Ideale ist? Ich weiß nicht recht… Eine sorgfältig rasierte Männermundpartie, glatt wie Kinderpopo, hat auch was Schönes. Bliebe noch eine Variante: der Damenbart. Auf den sollen manche Männer ja tatsächlich stehen. Aber das ist wohl eine sehr spezielle Angelegenheit.

 

 

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