Bekannte und unbekannte Erreger

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Gestern war ich ein Bier trinken (na gut: es waren drei Bier), da fiel mir der Pappdeckel auf, auf dem mein Glas stand. „Lieber eine erregte Unbekannte als ein bekannter Erreger“ stand da. Es war unmissverständlich. Zuerst dachte ich, das kann kein Zufall sein, da der junge, äußerst schlanke Kellner mit dem verhangenen Blick, der mir den Bierdeckel untergeschoben hatte, ständig mit dem rechten Auge blinzelte, wenn er mich ansah. Ich beobachtete ihn unauffällig und stellte fest, dass er das alle zwei Sekunden machte, egal, zu wem er schaute. Es war wohl eine nervöse Störung.

Aber die Sache mit der erregten Unbekannten und dem bekannten Erreger ging mir nicht aus dem Kopf. Es war ja ein ziemlich doppeldeutiger Spruch. Mag sein, dass die Phantasie mit mir durchging und ich einiges durcheinander brachte.

So stellte ich mir etwa vor, wie ich in einem feinen französischen Restaurant dinierte, wo blütenweiße Damasttücher die Tische bis zum Boden bedeckten, als sich plötzlich eine unbekannte Zunge zwischen meinen Schenkeln zu schaffen machte, ohne dass ich mir etwas anmerken lassen durfte. Ich lernte ihn natürlich niemals kennen, diesen unbekannten Erreger, doch allein beim Gedanken daran kam ich fast schon zum Orgasmus.

Ich schaute noch mal auf den Bierdeckel und stellte fest, dass von einem bekannten Erreger die Rede war. Also war’s nichts mit meiner schönen Phantasie. Gemeint war vom Bierdeckelfabrikanten also wohl eine andere Variante, und die war nicht so witzig.

Trotz aller medizinischen Fortschritte ist es ja immer noch kein Spaß, sich mit einer jener Krankheiten zu infizieren, die bekanntlich über die Schleimhäute übertragen werden. Passt auf, Leute!, sollte das wohl heißen, und benutzt Kondome! Ich kann mich da nur anschließen, denn es geht natürlich beides: eine erregte Unbekannte und ein bekannter Erreger. Und das muss nicht sein, dazu ist Sex eine viel zu schöne und lustvolle Angelegenheit.

 

 

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