Der Sex des Alters

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“Essen ist der Sex des Alters“, heißt es. Da ist was dran. In fortgeschrittenem Alter vermögen viele Menschen kulinarischen Genüssen eine geradezu erotische Komponente abzugewinnen. Sie genießen auf raffiniertere Weise als in jüngeren Jahren und finden Erfüllung darin, sich an feinsten Nuancen zu erfreuen. Die Fähigkeit dazu hat natürlich vor allem mit Reife und Erfahrung zu tun, die zu erwerben man viele Jahre braucht. Die subtile Komplexität eines großen Rotweins z.B. erkennt man in ihrer Vollendung erst dann, wenn man viele andere, weniger edle Weine getrunken und zu beurteilen gelernt hat.

Aber ich schweife ab, ich wollte ja über Sex schreiben. Gemäß den asiatischen Chakren, das sind die sieben Energiezentren des menschlichen Körpers, sitzt das Zentrum sowohl für Ernährung als auch für Sex eine Handbreit unter dem Bauchnabel. Von hier aus wird der Genuss gesteuert. Die westlich inspirierte „Maslowsche Bedürfnispyramide“, welche alle menschlichen Äußerungen und Bedürfnisse in ein ähnlich aufgebautes System bringt, sagt übrigens das Gleiche.

Führen Sex und Essen also zu einer gleich tiefen Befriedigung? Nun, ich habe da meine Zweifel. Ich habe noch nie gehört, dass jemand durch den Verzehr eines japanischen Kobe-Steaks – das ist angeblich die Spitze des Fleisch-Genusses – einen Orgasmus bekommen hätte. Bis man mich vom Gegenteil überzeugt, halte ich es daher lieber mit dem Original: Sex in seiner ureigensten Form.

Was übrigens in gleichem Maß für ältere Semester gelten kann. Auch wenn die Vitalität mit den Jahren zweifelsohne nachlässt, so gibt es doch genug Möglichkeiten, im Alter eine befriedigende Sexualität zu leben. Aber das ist ein anderes Thema. Mehr davon demnächst.

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