Vanessa und wie sie die Welt sieht

IMG_4760

Die Überschrift ist natürlich geklaut, von John Irvings Roman „Garp und wie er die Welt sah“ (1978), der seinerzeit ein großer Erfolg war und auch verfilmt wurde. Er ist ganz unterhaltsam zu lesen, doch mit mir hat das alles nicht viel zu tun. Ich habe meine eigene Sicht auf die Welt, und wie die aussieht, zeigt das Foto oben: Ich sehe alles durch eine rosarote Brille.

Die sitzt jedoch nur höchst selten auf meiner Nase, genau genommen eigentlich nie (ich hasse Brillen, zumindest bei mir). Ich habe sie, in einem leichtsinnigen Moment, nur für dieses Foto aufgesetzt. Sie ist ein Symbol für meine grundsätzliche Einstellung zum Leben, zu Männern, zur Welt.

Die ist – ungeachtet meines leicht skeptischen Gesichtsausdrucks – rundum positiv. Ich sehe immer erstmal das halbvolle Glas Wasser, nicht das halbleere. Jeder bekommt bei mir erstmal Kredit, bildlich gesprochen. Ich unterstelle niemandem etwas Böses, bis ich nicht vom Gegenteil überzeugt werde. Das kommt gelegentlich vor, natürlich, aber es ist zum Glück die Ausnahme.

Was das alles mit Sex zu tun hat, meinem Leib- und Magenthema? Nun, eine positive Ausgangsstimmung erhöht die Chance auf guten Sex, und zwar beträchtlich. Viele Menschen, das sind die mit dem halbleeren Glas Wasser, laufen ständig miesepetrig durch die Welt und wundern sich dann, wie schwer sie einen Partner finden, und sei es nur für eine Nacht. Wenn sie doch mal Glück haben, verderben sie oft alles durch ihre negative Grundeinstellung. Sie können nicht locker lassen und haben jede Menge Bedenken. Hinterher wundern sie sich, dass es sooo toll nun auch wieder nicht war.

Also gehen Sie frischfröhlich und gutgelaunt ans Werk. Erwarten Sie keine Wunder, aber seien Sie positiv. Es kommt, das habe ich schon oft erlebt, tausendfach zurück.

Etwas, ein ganz kleines bisschen, habe ich aber doch mit „Garp“ zu tun. In meinem „ersten Leben“ war ich Krankenschwester. Der Titelheld des Romans wird dadurch gezeugt, dass sich eine Krankenschwester rittlings auf Garps sterbenden Vater setzt und ihm einen letzten Orgasmus verschafft. Das Letzte, was er von sich gibt, ist sein eigener Name, und der lautet „Garp“. Deshalb nennt sie ihren Sohn dann ebenfalls so.

Nicht, dass Sie nun falsche Schlüsse ziehen. Ich habe so was nie gemacht. Aber lustig ist es trotzdem.

» zurück zu: Der sexte Sinn