Erotica, die Dritte

Erotika3

Kürzlich las ich im Internet, in der Berliner Philharmonie werde Beethovens dritte Symphonie, die „Erotica“, gegeben. Ich also feingemacht, rein ins kleine Schwarze und in die hohen Schuhe, und nichts wie hin, denn alles, was auch nur im Entferntesten mit Sex und Erotik zu tun hat, interessiert mich brennend.

Die Karte war nicht billig, aber es lohnte sich. Der Dirigent wedelte ziemlich herum, was wohl bedeutete, dass er unheimlich engagiert und bei der Sache war, die „Staatskapelle“, in großer Besetzung, spielte mit einem unheimlichen Groove, und die Musik war richtig klasse. Nur, was sie mit Erotik zu tun haben sollte, erschloss sich mir nicht.

Ich schaute im Programmheft nach, und da stand doch glatt: „Eroica“. Irgendwie war das „t“ abhanden gekommen, was aber Sinn machte, da die Musik ungemein heroisch, also heldenhaft war, denn das ist die deutsche Übersetzung. Die Symphonie war ursprünglich von Napoleon Bonaparte inspiriert, was Beethoven aber hinterher, nachdem sich Napoleon selbst zum Kaiser gekrönt hatte, peinlich war, weshalb er die Widmung wieder tilgte. Also nix mit Erotik.

Aber ich ging der Sache nach. Die falsche Bezeichnung im Internet war schlicht und ergreifend auf einen Schreibfehler zurückzuführen. Der dafür Verantwortliche hatte sich wohl eine Freudsche Fehlleistung erlaubt, was nichts anderes heißt, als dass er in Gedanken ganz woanders war, beim Sex nämlich. Was ich voll verstehen kann.

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